Slack ist eine cloudbasierte Kommunikationsplattform von Salesforce, die Teamkommunikation aus dem E-Mail-Postfach in themenbezogene Channels verlagert. Nachrichten, Dateien, Videocalls und über 2'600 Drittanbieter-Apps liegen an einem durchsuchbaren Ort. Der kostenlose Tarif begrenzt den Nachrichtenverlauf auf 90 Tage; produktiv wird Slack in der Regel ab dem Pro-Tarif mit 7.25 US-Dollar pro Person und Monat. Der wirtschaftlich relevante Sprung liegt zwischen Pro und Business+ – dort erhalten Sie Single Sign-on, KI-Suche und die Option, Daten in der Schweiz zu speichern, zahlen aber mehr als das Doppelte. Der US CLOUD Act bleibt unabhängig vom Speicherort anwendbar. Wer echte Datenhoheit benötigt, betreibt Mattermost, Rocket.Chat oder Nextcloud Talk auf einem eigenen Server in einem Schweizer Rechenzentrum.

Inhaltsverzeichnis

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Was ist Slack?

Slack ist ein Messaging-Dienst für die betriebsinterne Kommunikation. Statt E-Mails mit Betreffzeile, Verteilerlisten und verschachtelten Antwortketten organisieren Teams ihren Austausch in Channels – thematisch abgegrenzten Chaträumen, die standardmässig für alle Mitglieder eines Workspaces sichtbar sind. Ein Channel pro Projekt, pro Abteilung, pro Kunde: Wer neu dazukommt, liest nach, wie eine Entscheidung entstanden ist.

Slack startete 2013 und gehört seit 2021 zu Salesforce, das rund 27,7 Milliarden US-Dollar für die Übernahme bezahlte. Nach Angaben des Anbieters nutzen über 200'000 Organisationen die Plattform kostenpflichtig, darunter ein Grossteil der 100 grössten US-Unternehmen.

Der technische Kern von Slack ist ein persistentes, durchsuchbares Nachrichtenarchiv. Anders als bei E-Mail-Postfächern, die pro Person isoliert sind, liegt der Kommunikationsverlauf zentral im Workspace. Daraus ergeben sich drei praktische Konsequenzen für Unternehmen:

  • Kommunikation wird themen- statt personenzentriert. Ein Channel überlebt personelle Wechsel, ein E-Mail-Verlauf im Postfach einer ausgetretenen Person nicht.
  • Der Informationsbestand wächst kontinuierlich und wird zum durchsuchbaren Wissensarchiv – mit entsprechender Relevanz für Aufbewahrungspflichten und Datenschutz.
  • Die Plattform wird zum Integrations-Hub. Monitoring-Alerts, Tickets, Deployment-Meldungen und CRM-Ereignisse laufen im gleichen Interface auf wie die Teamkommunikation.

Der Produktname ist übrigens ein Akronym: «Searchable Log of All Conversation and Knowledge». Das beschreibt den Anspruch präziser als jede Marketingformel.

Screenshot von Slack mit der Überschrift All your people and AI agents working together; zwei geöffnete Chat-Fenster.
Quelle: https://slack.com/

Wie funktioniert Slack? Die zentralen Bausteine

Workspace

Der Workspace ist die organisatorische Klammer – der gemeinsame Raum Ihres Unternehmens. Innerhalb eines Workspaces finden Unterhaltungen an drei Orten statt: in Channels, in Threads und in Direktnachrichten. Erst der Tarif Enterprise+ erlaubt mehrere verbundene Workspaces unter einer gemeinsamen Verwaltung.

Channels

Channels sind die Grundeinheit von Slack. Sie können öffentlich (für alle sichtbar und beitretbar) oder privat (nur auf Einladung) angelegt werden. Bewährt hat sich eine konsequente Namenskonvention mit Präfixen nach Funktion: #proj- für Projekte, #team- für Organisationseinheiten, #alert- für automatisierte Systemmeldungen. Ohne solche Konvention wird die Channel-Liste ab etwa 50 Kanälen unübersichtlich.

Über Slack Connect binden Sie externe Partner, Agenturen oder Lieferanten in einzelne Channels ein, ohne ihnen Zugriff auf den gesamten Workspace zu gewähren. Das ersetzt in vielen Fällen den E-Mail-Verkehr mit Dienstleistern.

Threads

Antworten innerhalb eines Threads bleiben dem Ausgangsbeitrag zugeordnet und fluten den Hauptkanal nicht. Threads sind das wirksamste Instrument gegen unübersichtliche Kanäle – und werden in der Praxis am häufigsten ignoriert. Legen Sie ihre Nutzung von Beginn an als verbindliche Team-Konvention fest, nicht als Empfehlung.

Direktnachrichten und Huddles

Direktnachrichten decken den klassischen Einzel- und Gruppenchat ab. Huddles sind spontane Audio- oder Videogespräche direkt im Channel oder Chat, inklusive Screensharing. Im kostenlosen Tarif funktionieren Huddles nur zu zweit; ab Pro sind Sitzungen mit bis zu 50 Teilnehmenden möglich, mit automatischem Protokoll und Transkript.

Canvas und Listen

Canvas ist ein in Slack integriertes Dokumentformat für Notizen, Onboarding-Anleitungen oder Protokolle. Listen bilden eine einfache Aufgaben- und Vorgangsverwaltung ab. Beide Funktionen sind ab Pro enthalten und reduzieren den Bedarf, für jede Kleinigkeit ein zusätzliches Tool zu öffnen.

Suche und Archivierung

Slack indexiert Nachrichten, Dateinamen sowie – bei unterstützten Formaten – Inhalte innerhalb von Dokumenten. Die Suche lässt sich mit Operatoren einschränken:

OperatorWirkung
in:#channelnameBeschränkt die Suche auf einen Kanal
from:@personBeschränkt die Suche auf eine Absenderin oder einen Absender
before:2026-01-01Nur Treffer vor einem Datum
has:linkNur Nachrichten mit Links
during:JulyNur Treffer aus einem bestimmten Monat

Im kostenlosen Tarif ist der Zugriff auf die letzten 90 Tage begrenzt. Erst ab Pro steht der vollständige Verlauf zur Verfügung – und genau dieser Punkt ist in der Praxis der häufigste Anlass für ein Upgrade.

Slack AI: Welche KI-Funktionen in welchem Tarif enthalten sind

Die KI-Funktionen sind über die Tarife verteilt, was beim Vergleich leicht übersehen wird.

Ab Pro erhalten Sie KI-generierte Zusammenfassungen von Channels, Threads und Huddles. Das ist die Antwort auf die Frage «Was ist hier passiert, während ich in den Ferien war?» – bei einem Kanal mit 400 unbeantworteten Nachrichten ein echter Zeitgewinn.

Ab Business+ kommt Slackbot als persönlicher KI-Assistent hinzu, der Kontext aus Unterhaltungen, Dateien und Projekten zusammenzieht, sowie eine KI-gestützte Suche, die Fragen in natürlicher Sprache beantwortet statt nur Trefferlisten auszugeben. Dazu kommen personalisierte Tagesübersichten.

Datenschutzrechtlich relevant: Diese Funktionen verarbeiten Ihre gesamte Workspace-Kommunikation. Prüfen Sie vor der Aktivierung, welche Verarbeitungszwecke der Auftragsverarbeitungsvertrag abdeckt und ob Inhalte zum Training von Modellen verwendet werden dürfen. Slack sichert für die eigenen KI-Funktionen zu, keine Kundendaten für das Training grosser Sprachmodelle einzusetzen – diese Zusage sollte dokumentiert im Vertragswerk liegen und nicht nur auf einer Produktseite stehen.

Slack einrichten: in vier Schritten zum produktiven Workspace

Schritt 1: Workspace anlegen

Registrieren Sie sich mit einer geschäftlichen E-Mail-Adresse auf Ihrer eigenen Domain, nicht mit einem Freemail-Konto. Slack kann anhand der Domain später neue Mitarbeitende automatisch dem richtigen Workspace zuordnen. Die registrierende Person wird Workspace-Inhaberin mit vollen Administrationsrechten.

Schritt 2: Berechtigungen und Richtlinien festlegen

Bevor das Team eingeladen wird, sollten die administrativen Grundeinstellungen stehen:

  • Wer darf @channel und @here verwenden? In grossen Kanälen empfiehlt sich eine Beschränkung auf Administratoren, damit Benachrichtigungen ihre Signalwirkung behalten.
  • Wer darf Channels erstellen und archivieren? Eine Beschränkung verhindert Wildwuchs, bremst aber die Selbstorganisation – eine bewusste Abwägung.
  • Wer darf Apps installieren? Jede Slack-App erhält Zugriff auf Workspace-Daten. Eine Freigabepflicht durch Administratoren ist aus Sicherheitssicht dringend zu empfehlen.
  • Welche Aufbewahrungsfristen gelten? Slack erlaubt in den bezahlten Tarifen eine konfigurierbare Retention-Policy pro Channel. Diese Einstellung ist datenschutzrechtlich relevant und sollte nicht auf dem Standardwert bleiben.

Schritt 3: Team einladen und Profile standardisieren

Einladungen erfolgen einzeln, per Massenimport oder – ab Business+ – über SAML-basiertes Single Sign-on und automatisierte Benutzerbereitstellung via SCIM. Legen Sie fest, dass Profile mit Klarnamen, Funktion und Standort geführt werden. In verteilten Teams ist die Zeitzonenangabe im Profil erfahrungsgemäss das wirksamste Einzelmittel gegen Nachrichten zur Unzeit.

Schritt 4: Integrationen anbinden

Verbinden Sie zunächst nur die Systeme, die täglich gebraucht werden – Kalender, Dateiablage, Ticketsystem. Technische Alerts gehören in dedizierte Channels und nicht in Arbeitskanäle. Eingehende Webhooks eignen sich, um Meldungen aus eigenen Applikationen oder von Ihrem Server nach Slack zu senden.

Auf welchen Geräten läuft Slack?

UmgebungVerfügbarkeitHinweis
BrowserChrome, Firefox, Safari, EdgeFür Tests ohne Installation geeignet, keine Systembenachrichtigungen bei geschlossenem Fenster
Desktop-AppWindows, macOS, LinuxVollständiger Funktionsumfang inklusive Systembenachrichtigungen und globaler Shortcuts
Mobile AppiOS, AndroidPush-Benachrichtigungen, separat konfigurierbare Ruhezeiten

Die Synchronisation der Verläufe erfolgt serverseitig und in Echtzeit über alle Geräte. Genau darin liegt allerdings eine organisatorische Herausforderung: Permanente Erreichbarkeit auf dem Smartphone verschiebt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Slack bietet dafür eine «Nicht stören»-Funktion mit definierbaren Zeitfenstern sowie geplante Nachrichten. Beides sollte im Team verbindlich vereinbart sein, nicht nur technisch verfügbar.

Was kostet Slack? Die Tarife im Überblick

Slack rechnet pro aktivem Konto und Monat ab. Als aktiv gilt ein Mitglied, das innerhalb von 28 Tagen angemeldet war; für inaktive Konten schreibt Slack anteilig Guthaben zurück. Die folgenden Listenpreise entsprechen dem Stand August 2026 und werden von Slack in US-Dollar ausgewiesen. Der effektive Frankenbetrag hängt von Abrechnungswährung und Wechselkurs ab.

TarifJährliche ZahlungMonatliche ZahlungKernleistungen
FreeUnbegrenzt viele Mitglieder, 90 Tage Nachrichtenverlauf, 10 App-Integrationen, Huddles nur zu zweit
Pro7.25 USD8.75 USDVollständiger Verlauf, unbegrenzte Integrationen, Huddles bis 50 Personen, Canvas und Listen, KI-Zusammenfassungen
Business+15.00 USD18.00 USDZusätzlich SAML-SSO, SCIM-Bereitstellung, Slackbot, KI-Suche, Datenresidenz-Option, 24/7-Support, 99,99 % SLA
Enterprise+auf Anfrageauf AnfrageMehrere verbundene Workspaces, erweiterte Compliance- und Governance-Funktionen

Alle Angaben pro Person und Monat. Für gemeinnützige Organisationen und Bildungseinrichtungen bietet Slack vergünstigte Konditionen.

Was das für Ihre Teamgrösse bedeutet

TeamgrössePro (Jahresabo)Business+ (Jahresabo)Differenz pro Jahr
5 Personenca. 435 USDca. 900 USDca. 465 USD
10 Personenca. 870 USDca. 1'800 USDca. 930 USD
25 Personenca. 2'175 USDca. 4'500 USDca. 2'325 USD
50 Personenca. 4'350 USDca. 9'000 USDca. 4'650 USD

Zwei Punkte sind für die Kostenplanung entscheidend. Erstens skaliert Slack streng linear – Mengenrabatte gibt es unterhalb von Enterprise+ nicht. Zweitens liegt der wirtschaftlich relevante Sprung nicht zwischen Free und Pro, sondern zwischen Pro und Business+.

Welcher Tarif für welche Situation?

Free genügt Einzelpersonen und Freelancern, die Slack als Nebenkanal für die Zusammenarbeit mit Kunden nutzen. Sobald in Slack Entscheidungen getroffen werden, wird das 90-Tage-Limit zum Problem – und es fällt genau dann auf, wenn Sie etwas nachschlagen müssen und es bereits weg ist.

Pro ist für die meisten Teams ab etwa fünf Personen der Standard. Der unbegrenzte Verlauf ist der eigentliche Gegenwert, alles Weitere ist Zugabe.

Business+ lohnt sich, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft: Sie brauchen zentrale Benutzerverwaltung über Ihren Identity Provider, Sie benötigen die KI-Funktionen produktiv, oder der Speicherort Ihrer Daten hat regulatorische Relevanz. Trifft keine dieser Bedingungen zu, ist der doppelte Preis nicht begründbar.

Enterprise+ ist eine Frage der Organisationsstruktur, nicht der Teamgrösse – relevant, sobald mehrere Einheiten getrennte Workspaces mit gemeinsamer Governance benötigen.

Slack-Bots und Automatisierung

App-Bots aus dem Marketplace

App-Bots sind vorgefertigte Integrationen, die sich ohne Programmierkenntnisse installieren lassen. Typische Vertreter sind Umfrage-Bots (Polly), Standup-Bots (Geekbot), Ticketsystem-Anbindungen (Jira, Zendesk) oder Monitoring-Integrationen (Grafana, Prometheus Alertmanager). Prüfen Sie vor jeder Installation die angeforderten OAuth-Scopes – viele Apps verlangen deutlich mehr Leseberechtigungen, als ihre Funktion erfordert.

Benutzerdefinierte Bots über die Slack-API

Für eigene Anwendungsfälle stellt Slack eine dokumentierte API bereit. Ein benutzerdefinierter Bot erhält ein eigenes Token und definierte Berechtigungen und kann auf Ereignisse reagieren (Events API), Slash-Befehle bereitstellen oder Nachrichten über Incoming Webhooks senden. Typische Szenarien im technischen Umfeld: Deployment-Benachrichtigungen aus der CI/CD-Pipeline, Statusmeldungen von Ihrem Server, automatisierte Auswertungen aus internen Datenbanken.

Der Betrieb eines eigenen Bots setzt eine dauerhaft erreichbare Laufzeitumgebung voraus. Ein VPS mit Node.js oder Python genügt in den meisten Fällen; für Bots mit hoher Ereignislast oder Datenbankanbindung ist ein Managed Cloud Server die stabilere Grundlage.

Workflow Builder

Der Workflow Builder erlaubt Automatisierungen ohne Code: Formulare, Onboarding-Sequenzen, Genehmigungsprozesse oder wiederkehrende Erinnerungen. Als Auslöser dienen eine Emoji-Reaktion, ein neuer Channel-Beitritt, ein Zeitplan oder ein Webhook.

Wichtige Slack-Befehle im Überblick

BefehlWirkung
@channelBenachrichtigt alle Mitglieder des Kanals, unabhängig vom Onlinestatus
@hereBenachrichtigt nur die aktuell aktiven Mitglieder des Kanals
@usernameBenachrichtigt eine bestimmte Person; die Nachricht bleibt für alle im Kanal sichtbar
/dnd 2hAktiviert «Nicht stören» für den angegebenen Zeitraum
/remind me to ... at ...Erstellt eine Erinnerung für sich selbst, einen Kanal oder eine Person
/invite @usernameLädt eine Person in den aktuellen Kanal ein
/leaveVerlässt den aktuellen Kanal
/statusSetzt den eigenen Statustext samt Emoji
/collapseBlendet Bilder und GIFs in der eigenen Ansicht aus
/shortcutsZeigt die verfügbaren Tastenkürzel an

Nützlich für den Alltag: Mit Strg + K (macOS: Cmd + K) springen Sie über eine Schnellsuche direkt in jeden Channel oder Chat.

Slack in der Praxis: fünf Regeln, die den Unterschied machen

Slack verlagert Kommunikation aus dem Postfach in Kanäle. Ob das die Arbeit verbessert, entscheidet nicht das Tool, sondern die Vereinbarung darüber, wie es benutzt wird.

  1. Antworten gehören in Threads. Ohne diese Regel wird jeder aktive Kanal innerhalb weniger Wochen unlesbar.
  2. @channel ist für Ausnahmen. Wer es routinemässig verwendet, trainiert dem Team ab, auf Benachrichtigungen zu reagieren.
  3. Asynchron ist der Standard, nicht die Ausnahme. Eine Nachricht ist keine Anfrage auf sofortige Antwort. Wer Dringlichkeit signalisieren will, sagt es explizit.
  4. Entscheidungen werden im Kanal festgehalten, nicht in Direktnachrichten. Sonst entsteht kein durchsuchbares Wissen, sondern eine Sammlung privater Verläufe.
  5. Erreichbarkeit hat Grenzen. Definieren Sie Randzeiten und nutzen Sie geplante Nachrichten. Das ist keine Nettigkeit, sondern Arbeitsschutz.

Slack und der Schweizer Datenschutz: revDSG, CLOUD Act und Datenresidenz

Wo liegen die Daten?

Slack läuft auf Amazon Web Services. Standardmässig liegt das Rechenzentrum in den USA. Für Kunden mit dem Tarif Business+ oder höher bietet Slack ein Datenresidenz-Programm, über das der Speicherort für ruhende Daten festgelegt wird. Die Schweiz gehört zu den verfügbaren Regionen – neben Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, Australien, Japan, Indien, Singapur, Südkorea, Schweden, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Brasilien.

Drei Einschränkungen sind wesentlich:

  • Die Konfiguration erfolgt über den Slack-Vertrieb, nicht selbstständig im Admin-Bereich.
  • Alle Daten einer Organisation müssen in derselben Region liegen; eine Aufteilung nach Team ist nicht vorgesehen.
  • Die Datenresidenz betrifft ausschliesslich den Speicherort bestimmter Datenkategorien im Ruhezustand. Verarbeitung, Metadaten und Daten von Drittanbieter-Apps bleiben davon unberührt.

Was das revDSG verlangt

Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG, in Kraft seit 1. September 2023) verbietet die Nutzung US-amerikanischer Dienste nicht. Es verlangt Transparenz und Nachweisbarkeit. Für einen Slack-Einsatz bedeutet das konkret:

  • Ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit Slack Technologies beziehungsweise Salesforce muss abgeschlossen sein.
  • Slack ist im Verzeichnis der Bearbeitungstätigkeiten zu erfassen, einschliesslich Empfängerstaaten.
  • Die Datenschutzerklärung muss die Bekanntgabe ins Ausland ausweisen.
  • Für Bekanntgaben in die USA stützt sich die Praxis auf das Swiss-U.S. Data Privacy Framework oder auf Standardvertragsklauseln mit Transfer-Folgenabschätzung.
  • Aufbewahrungsfristen sind aktiv zu konfigurieren. Ein unbegrenztes Nachrichtenarchiv widerspricht dem Grundsatz der Datenminimierung.

Der CLOUD Act bleibt

Der US CLOUD Act verpflichtet US-Anbieter zur Herausgabe von Daten, die ihrer Kontrolle unterliegen – unabhängig vom physischen Speicherort. Eine Speicherung im Schweizer Rechenzentrum durch einen US-Konzern hebt diesen Zugriffsanspruch nicht auf. Für gewöhnliche interne Teamkommunikation ist dieses Restrisiko in der Regel tragbar. Für Berufsgeheimnisträger nach Art. 321 StGB, für regulierte Finanzdienstleister sowie für Forschung und Entwicklung mit hohem Schutzbedarf ist es das oftmals nicht.

Wer Datenhoheit im rechtlichen und nicht nur im geografischen Sinne benötigt, kommt an einer selbst betriebenen Lösung bei einem Schweizer Anbieter nicht vorbei.

Vor- und Nachteile von Slack

VorteileNachteile
Themenbezogene Channels strukturieren Kommunikation dauerhaft besser als E-Mail-VerteilerStandardspeicherung in den USA; Datenresidenz Schweiz erst ab Business+
Sehr leistungsfähige Suche über Nachrichten, Dateien und DokumentinhalteCLOUD Act bleibt unabhängig vom Speicherort anwendbar
Grosses Integrations-Ökosystem und offene API für eigene AutomatisierungenLineare Kostenskalierung pro Kopf, kein Mengenrabatt unterhalb Enterprise+
Ausgereifte Clients für alle relevanten Plattformen mit zuverlässiger SynchronisationBenachrichtigungsflut ohne klare Team-Konventionen
Kurze Einführungszeit, geringer SchulungsaufwandKanalstruktur wird in grossen Organisationen schnell unübersichtlich
Slack Connect für externe Zusammenarbeit ohne vollen Workspace-ZugriffFree-Tarif mit 90-Tage-Limit für produktive Nutzung kaum geeignet
Betrieb, Wartung und Updates vollständig beim AnbieterVendor-Lock-in: Export und Migration sind aufwendig

Alternativen: Wann eine selbst gehostete Lösung sinnvoller ist

Slack ist technisch ausgereift, aber nicht die einzige Antwort auf interne Kommunikation. Drei Open-Source-Alternativen lassen sich auf eigener Infrastruktur betreiben und schaffen damit vollständige Datenhoheit:

LösungCharakterTypischer Ressourcenbedarf
MattermostSehr nahe am Slack-Konzept, Channels und Threads, Importer für Slack-Exporte, umfangreiche Compliance-Funktionen, in Go implementiert2 vCPU, 4 GB RAM, PostgreSQL – ab mittlerem VPS
Rocket.ChatChat, Video, Omnichannel-Support und Livechat in einem, stark erweiterbar2–4 vCPU, 4–8 GB RAM, MongoDB – Managed Cloud Server empfohlen
Nextcloud TalkTeil einer vollständigen Collaboration-Suite mit Dateiablage, Kalender und Officeab 4 vCPU, 8 GB RAM, abhängig von Nutzerzahl und Dateivolumen

Die Rechnung fällt nicht pauschal aus. Slack als SaaS verursacht laufende Lizenzkosten, aber keinen Betriebsaufwand. Eine selbst gehostete Plattform verursacht Serverkosten und Administrationsaufwand, dafür sind die Kosten unabhängig von der Teamgrösse und die Daten liegen nachweislich in Ihrer Verantwortung.

Der Kipppunkt ist gut kalkulierbar: Ein Slack-Business+-Abo für 25 Personen kostet rund 4'500 US-Dollar pro Jahr. Ein Managed Cloud Server mit Mattermost bleibt bei vergleichbarer Nutzerzahl deutlich darunter – und die Kosten steigen nicht mit jedem neuen Mitglied. Die Compliance-Frage kann die Entscheidung schon deutlich früher treffen als die Kostenfrage.

Die passende Infrastruktur von METANET

Ob Sie Slack ergänzen oder ersetzen: Die Grundlage professioneller Teamkommunikation ist eine Infrastruktur, die Sie kontrollieren.

Wenn Ihre Kommunikationsdaten die Schweiz nicht verlassen dürfen, betreiben Sie Mattermost, Rocket.Chat oder Nextcloud Talk auf einem VPS von METANET – mit Root-Zugriff, NVMe-Speicher und Betrieb in Schweizer Rechenzentren. Für Installationen mit höherer Nutzerzahl, Datenbanklast oder Verfügbarkeitsanforderung ist ein Managed Cloud Server die belastbarere Wahl: Sie definieren die Anwendung, METANET übernimmt Betriebssystem, Patches, Monitoring und Backups. Für mehrstufige Umgebungen mit getrennten Netzen für Applikation, Datenbank und Test bietet das Virtual Data Center die nötige Segmentierung.

Auch wer bei Slack bleibt, braucht eine verlässliche Basis. Eine E-Mail-Adresse auf der eigenen Domain ist die Voraussetzung für saubere Workspace-Zuordnung, für Single Sign-on und für alle formellen Kommunikationswege, die kein Chat abdeckt – Verträge, Offerten, Rechnungen. Business Mail von METANET liefert Postfächer mit Schweizer Datenhaltung und vorgeschaltetem MX-Filter Spamfilter. Und wenn die passende Adresse noch fehlt: Ihre .ch- oder .swiss-Domain registrieren Sie bei METANET in wenigen Minuten, inklusive kostenlosem SSL-Zertifikat für alle Dienste, die Sie darauf betreiben.

Bei der Auslegung Ihrer Umgebung berät Sie der technische Support von METANET auf Augenhöhe – von der Dimensionierung bis zur Migration bestehender Slack-Exporte.

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