Die Open-Source-Webanalyse Umami hat mit Version 3.1.0 einen umfangreichen Funktionssprung vollzogen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen frei konfigurierbare Dashboards (sogenannte „Boards"), Session Replays zur Nachverfolgung realer Nutzersitzungen sowie ein integriertes Tracking der Core Web Vitals. Darüber hinaus wurden die Filter- und Segmentierungsoptionen erheblich erweitert, die Sharing-Funktionen überarbeitet und mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Für den Betrieb setzt das Release neu auf Node.js 22 und Prisma 7, was die Mindestanforderungen an die Server-Umgebung anhebt.

Umami positioniert sich als datenschutzfreundliche, selbst hostbare Alternative zu klassischen Analyseplattformen wie Google Analytics. Die Software erfasst Seitenaufrufe und Events ohne Cookies und ohne Third-Party-Tracking und richtet sich an Unternehmen und Entwickler, die volle Kontrolle über ihre Analysedaten behalten möchten. Gerade im Zusammenspiel mit einem eigenen VPS oder Managed Cloud Server lässt sich Umami vollständig in der eigenen Infrastruktur betreiben.

Inhaltsverzeichnis

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Blick in eine Serverrack-Halle: Reihen von Serverracks links und rechts, blaue LEDs, heller Flur.

Boards: Flexible, frei gestaltbare Dashboards

Die neu eingeführten Boards bringen ein modulares Dashboard-System mit. Anwender können Auswertungen aus Diagrammen, Tabellen und Kennzahlen in einem frei konfigurierbaren Raster zusammenstellen. Einzelne Komponenten lassen sich unterschiedlichen Websites zuordnen, in Echtzeit anpassen und anschliessend im Team teilen oder duplizieren.

Damit nähert sich Umami funktional spezialisierten Monitoring- und Business-Intelligence-Tools an. In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass ein Marketing-Team ein Board für Kampagnenkennzahlen pflegen kann, während das Produktteam parallel ein eigenes Board für Feature-Nutzung und Conversion-Analysen betreibt. Die klare Trennung der Perspektiven erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen erheblich.

Session Replay: Echte Nutzersitzungen nachvollziehen

Eine der bemerkenswertesten Neuerungen in Umami 3.1 ist die Funktion Session Replay. Sie spielt reale Nutzersitzungen direkt im Browser nach und basiert technisch auf der bewährten Open-Source-Bibliothek rrweb. Aufgezeichnet werden unter anderem Klicks, Scrollbewegungen und Eingaben.

Für den Datenschutz besonders relevant: Über konfigurierbare Maskierungsstufen lassen sich sensible Inhalte gezielt ausblenden. Die Aufzeichnungen sind pro Besuch segmentiert und nach Events filterbar. Typische Anwendungsfälle sind die Analyse von Formularabbrüchen, die Optimierung von Checkout-Prozessen oder das Nachvollziehen unerwarteter Nutzerinteraktionen.

Performance-Monitoring mit Core Web Vitals

Im Bereich Performance erfasst Umami nun die Core Web Vitals direkt im Browser der Besucher. Folgende Metriken werden unterstützt:

MetrikAbkürzungBeschreibung
Largest Contentful PaintLCPMisst die Ladezeit des grössten sichtbaren Inhaltselements
Interaction to Next PaintINPBewertet die Reaktionsgeschwindigkeit auf Nutzerinteraktionen
Cumulative Layout ShiftCLSErfasst unerwartete Layout-Verschiebungen während des Ladens
First Contentful PaintFCPZeitpunkt, an dem der erste Inhalt sichtbar gerendert wird
Time to First ByteTTFBDauer bis zum Empfang des ersten Bytes vom Server

Eine überarbeitete Performance-Ansicht stellt die erhobenen Werte übersichtlich dar und bewertet sie anhand der gängigen Schwellenwerte von Google. So lässt sich beispielsweise schnell erkennen, ob blockierendes JavaScript die Interaktionszeiten auf Mobilgeräten negativ beeinflusst oder ob serverseitige Optimierungen beim TTFB erforderlich sind.

Gerade der TTFB-Wert steht in direktem Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit der Hosting-Infrastruktur. Wer auf leistungsstarke SSD-basierte Server-Lösungen setzt, profitiert hier von spürbar kürzeren Antwortzeiten.

Erweiterte Filter, Segmente und Funnels

Die Filter- und Segmentlogik von Umami wächst mit Version 3.1 deutlich. Zu den neuen Möglichkeiten zählen:

  • ODER-Verknüpfungen zwischen Filterbedingungen
  • Regex-Operatoren für komplexe Musterabgleiche
  • Mehrfachauswahl bei Vergleichsoperatoren
  • Systemweite Verfügbarkeit von UTM-Parametern
  • Filter auf Event-Eigenschaften pro Funnel-Schritt
  • Wildcard-Unterstützung in Funnel-Zieldefinitionen

Diese Erweiterungen ermöglichen deutlich komplexere Auswertungen. So lassen sich beispielsweise Nutzersegmente über mehrere Kampagnen, Regionen oder Traffic-Quellen hinweg analysieren, ohne auf externe Tools zurückgreifen zu müssen.

Überarbeitete Sharing-Funktionen

Die Share-Funktion wurde grundlegend überarbeitet und bietet nun eine wesentlich feinere Steuerung der freigegebenen Inhalte. Einzelne Bereiche wie Übersichten, Events oder spezifische Dashboards lassen sich gezielt ein- oder ausblenden. Share-Links können mit einem aussagekräftigen Namen versehen werden, und die Darstellung ist vollständig für Mobilgeräte optimiert. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit Auftraggebern und Stakeholdern, die keinen direkten Zugang zur Umami-Installation benötigen.

Administration, Internationalisierung und weitere Verbesserungen

Im Administrationsbereich hat sich ebenfalls einiges getan. Umami wechselt von react-intl zu next-intl und liefert vollständige Übersetzungen für 51 Sprachen. Mit „react-zen" führt das Projekt zudem ein einheitliches Design-System ein und überarbeitet die Navigation grundlegend.

Weitere nennenswerte Neuerungen im Überblick:

  • Neue Filterdimension „Distinct ID" für differenzierte Nutzeranalysen
  • Flexible Zeitaggregation nach Stunde, Tag oder Monat
  • Download-Funktion für Berichte
  • Performance-Optimierungen durch Pagination-Limits und Cache-Control-Header
  • Geolocation-Header-Unterstützung für EdgeOne
  • Erweiterte Konfigurationsoptionen über Umgebungsvariablen
  • Konsolidierte Teamfunktionen mit Redis-basierter Feature-Steuerung

Sicherheit, Migrationen und Systemanforderungen

Auf der Sicherheitsseite schliesst das Release IDOR-Schwachstellen (Insecure Direct Object References) in Berichten und Segmenten und schränkt Share-Tokens stärker ein. Zusätzlich wurden mehrere Abhängigkeiten mit bekannten Sicherheitslücken aktualisiert.

Für die neuen Funktionen führt Umami automatisch Schema-Migrationen durch, unter anderem für Boards, Session Replay und die überarbeiteten Sharing-Mechanismen. Die Mindestanforderung an die Laufzeitumgebung steigt auf Node.js 22, da das Release auf Prisma 7 setzt. Wer Umami selbst betreibt, sollte vor dem Update die Kompatibilität der eigenen Server-Umgebung prüfen.

Darüber hinaus behebt Version 3.1.0 zahlreiche Fehler, insbesondere bei der PostgreSQL-Kompatibilität, in SQL-Abfragen, bei der Zeitzonenverarbeitung sowie im Tracker und in der Benutzeroberfläche. Eine vollständige Auflistung aller Änderungen finden Sie in den Release Notes auf GitHub.

Umami selbst hosten: Die passende Infrastruktur wählen

Umami entfaltet sein volles Potenzial, wenn es auf einer leistungsstarken und zuverlässigen Infrastruktur betrieben wird. Da die Software eine Node.js-Laufzeitumgebung sowie eine PostgreSQL- oder MySQL-Datenbank erfordert, eignet sich ein klassisches Shared Hosting in der Regel nicht für den produktiven Einsatz.

Für den Betrieb von Umami empfehlen sich folgende Ansätze:

  • VPS: Ideal für Einsteiger und kleinere bis mittlere Websites. Ein VPS von METANET bietet Ihnen volle Root-Kontrolle, dedizierte Ressourcen und die Flexibilität, Node.js, Prisma und die gewünschte Datenbank in der passenden Version zu konfigurieren.
  • Managed Cloud Server: Die professionelle Wahl, wenn Sie maximale Performance und hohe Verfügbarkeit benötigen, aber den administrativen Aufwand für Betriebssystem-Updates und Sicherheitspatches in erfahrene Hände legen möchten.
  • Virtual Data Center: Für Unternehmen mit mehreren Websites, hohem Traffic-Volumen oder besonderen Compliance-Anforderungen bietet ein Virtual Data Center die nötige Skalierbarkeit und Isolation.

Die Kombination aus einer selbst gehosteten Analyselösung wie Umami und einer professionellen Hosting-Infrastruktur gibt Ihnen die volle Kontrolle über Ihre Daten, ohne bei der Performance Kompromisse eingehen zu müssen. Wenn Sie Unterstützung bei der Wahl der passenden Umgebung oder bei der Einrichtung benötigen, steht Ihnen das METANET-Team jederzeit kompetent zur Seite.

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