Mehr als 1’600 Bewerbungen für neue Domainendungen hat die Internetorganisation ICANN erhalten. Seit dem 7. Oktober ist bekannt, welche Endungen beantragt wurden und wer dahintersteht. Auffällig sind vor allem viele Begriffe rund um künstliche Intelligenz. Doch auch .verein, .stiftung und sogar .lugano stehen auf der Liste.
Inhaltsverzeichnis
Ihre Domain – professionell & sorgenfrei
Starten Sie jetzt mit Ihrer Wunschdomain – ab nur CHF 4.90 pro Jahr bei METANET. Prüfen Sie ganz einfach, ob Ihr Name noch verfügbar ist, oder transferieren Sie Ihre bestehende Domain zu uns. Profitieren Sie von DNS-Hosting, flexiblen Laufzeiten und attraktiven Preisen – alles aus einer Hand.
.com, .ch, .org oder .net gehören seit Jahrzehnten zum Internet. Die Auswahl an Domainendungen ist inzwischen allerdings deutlich grösser. Seit der letzten grossen Vergaberunde der Internetorganisation ICANN kamen mehr als 1’200 neue generische Top-Level-Domains hinzu, darunter .shop, .app, .blog oder auch .swiss und .zuerich.
Nun steht die nächste Erweiterung bevor. Erstmals seit 2012 konnten sich Unternehmen und Organisationen wieder um den Betrieb neuer Domainendungen bewerben. Am 7. Oktober hat ICANN die Bewerbungen der neuen Runde veröffentlicht.
Aktuell sind 1’615 Bewerbungen von 481 Bewerbern öffentlich. Darunter befinden sich 333 Bewerbungen für Marken-Endungen, 16 Community-Bewerbungen und 15 Bewerbungen für geografische Namen. Die aktuellen Zahlen und Bewerbungen lassen sich auch in der offiziellen ICANN-Übersicht einsehen.
KI prägt die neue Runde
Wer sich die Liste anschaut, erkennt schnell eines der grossen Themen der Bewerbungsrunde: künstliche Intelligenz.
Besonders begehrt ist die Endung .agent. Gleich 13 Bewerber wollen sie betreiben. Auch um .agi gibt es mit sieben Bewerbungen Konkurrenz. Mehrere Interessenten gibt es zudem für Endungen wie .robot, .mcp, .intelligence oder .quantum.
Dazu kommen zahlreiche Bewerbungen grosser Technologieunternehmen. OpenAI hat unter anderem .openai, .chatgpt, .gpt, .agent, .agi, .mcp und .model beantragt. Meta ist beispielsweise mit .facebook, .instagram, .whatsapp, .threads, .llama und .metaai vertreten. Google bewirbt sich über seine Registry-Tochter unter anderem um .gemini, .deepmind, .agent, .api und .intelligence. Anthropic wiederum möchte .anthropic und .claude.
Viele dieser Endungen dürften später allerdings nicht frei registrierbar sein. 333 der Bewerbungen sind ausdrücklich als Marken-Endungen eingereicht. Ein Unternehmen kann damit einen eigenen, kontrollierten Namensraum schaffen, statt Domains unter der Endung an beliebige Interessenten zu verkaufen.
Und die deutschsprachigen Endungen?
Im Vorfeld des sogenannten Reveal Day fiel auf, dass unter den bereits freiwillig bekannt gegebenen Bewerbungen englische und international verständliche Begriffe klar dominierten. Die vollständige Liste bestätigt diesen Eindruck weitgehend.
Ein paar deutschsprachige Kandidaten gibt es aber. So wurden beispielsweise .verein und .stiftung beantragt. Auch .praxis steht auf der Liste.
Bei geografischen Bezeichnungen finden sich mehrere Namen aus dem deutschsprachigen Raum. Als geografische Bewerbungen sind unter anderem .bremen, .ulm, .linz, .salzburg und .vienna gekennzeichnet. Auch .frankfurt und .muenchen tauchen unter den beantragten Strings auf.
Und es gibt sogar eine Schweizer Überraschung: Die Stadt Lugano hat sich um .lugano beworben. Derzeit gibt es für diese Endung keinen konkurrierenden Bewerber.
Dass deutschsprachige generische Begriffe insgesamt eher selten bleiben, ist nicht ganz überraschend. Viele naheliegende Endungen wie .haus, .reise, .reisen, .immobilien oder .gmbh stammen bereits aus der Bewerbungsrunde von 2012. Für Betreiber einer offenen neuen Domainendung sind zudem Begriffe interessant, die sich möglichst international vermarkten lassen.
1’615 Bewerbungen bedeuten nicht 1’615 neue Domainendungen
Die Zahl der Bewerbungen darf nicht mit der Zahl der tatsächlich neuen Endungen verwechselt werden. Für zahlreiche Begriffe interessieren sich mehrere Bewerber.
.agent ist mit 13 Bewerbungen derzeit das prominenteste Beispiel. Auch .bit, .api, .brand, .hub oder .robot sind stark umkämpft. Solche sogenannten Contention Sets müssen im weiteren Verfahren aufgelöst werden, bevor eine Endung vergeben werden kann. ICANN erklärt hier, wie konkurrierende Bewerbungen behandelt werden.
Zudem läuft seit dem 8. Oktober eine zweiwöchige Replacement Period. Bewerber, die bereits bei ihrer ursprünglichen Bewerbung eine alternative Endung hinterlegt haben, können unter bestimmten Voraussetzungen bis zum 21. Oktober auf diese wechseln.
Erst am 17. November 2026, dem sogenannten String Confirmation Day, veröffentlicht ICANN die aktualisierte Liste der Strings, die das weitere Verfahren durchlaufen.
Kann ich eine .agent-, .verein- oder .lugano-Domain schon registrieren?
Nein. Die veröffentlichten Endungen sind zunächst nur Bewerbungen.
Sie müssen verschiedene Prüfverfahren durchlaufen. Bei mehreren Bewerbern für dieselbe Endung muss zudem geklärt werden, wer den Zuschlag erhält. Erfolgreiche Bewerber müssen anschliessend einen Registry-Vertrag mit ICANN abschliessen und technische Voraussetzungen erfüllen, bevor ihre Endung überhaupt ins Domain Name System aufgenommen werden kann.
Wie dieser Weg von der Bewerbung bis zur möglichen Einführung einer neuen Domainendung aussieht, zeigt ICANN in der Übersicht zur Applicant Journey.
Welche der jetzt veröffentlichten Endungen tatsächlich eingeführt werden und wann erste Domains darunter registriert werden können, steht deshalb noch nicht fest.
Auch Markeninhaber sollten die Liste prüfen
Für Unternehmen ist die Veröffentlichung nicht nur wegen möglicher neuer Domainnamen interessant. Eine beantragte Endung kann auch bestehende Marken, Firmenbezeichnungen oder andere Rechte berühren.
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM macht Schweizer Unternehmen und Organisationen deshalb ausdrücklich darauf aufmerksam, die veröffentlichten Bewerbungen auf mögliche Auswirkungen auf ihre Rechte und Interessen zu prüfen.
Wer der Ansicht ist, dass eine beantragte Domainendung bestehende Markenrechte verletzt, kann im weiteren ICANN-Verfahren eine sogenannte Legal Rights Objection einreichen. Für diese markenrechtlichen Einsprachen ist das Arbitration and Mediation Center der Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO zuständig. Die WIPO informiert ausführlich über das Verfahren für Legal Rights Objections.
Eine Übereinstimmung mit einem Markennamen bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Bewerbung unzulässig ist. Im Einzelfall wird geprüft, ob durch die geplante Verwendung der Endung tatsächlich bestehende Rechte verletzt würden.
Die formelle Phase für Kommentare und Einsprachen beginnt am 17. November 2026 und dauert bis zum 16. März 2027.
Wie geht es weiter?
Bis zum 21. Oktober können berechtigte Bewerber zunächst noch auf ihre hinterlegten Ersatz-Endungen wechseln. Am 17. November folgt mit dem String Confirmation Day die nächste wichtige Etappe.
Danach beginnen weitere Prüfungen, mögliche Einsprachen und die Auflösung konkurrierender Bewerbungen. Einen Überblick über die gesamte ICANN-Bewerbungsrunde 2026 und die nächsten Schritte bietet ICANN auf einer eigenen Informationsseite.
Bis aus einer heute veröffentlichten Bewerbung tatsächlich eine registrierbare Domainendung wird, kann es also noch dauern.
Schon jetzt zeigt die neue Bewerbungsrunde aber ziemlich deutlich, wie sich das Internet seit 2012 verändert hat. Damals waren Begriffe wie AI Agents, Large Language Models oder generative KI noch kaum ein Thema. Heute gehören .agent, .agi oder .mcp zu den begehrtesten neuen Adressen im Rennen um die nächste Generation von Domainendungen.
WordPress Hosting von METANET
Erschaffen Sie sich mit WordPress Ihre Website schnell selbst. Freuen Sie sich über die pfeilschnelle Ladezeit Ihrer neuen Website.